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Polizeiorchester Bayern

spielt für die Bläserklasse auf

Benefizkonzert für den Bläsernachwuchs der Realschule Schweiklberg

Konzert_Polizeiorchester_Bayern

 

Das Polizeiorchester Bayern darf mittlerweile auf eine 60-jährige Geschichte zurückblicken. Am Anfang bestand das Orchester (damals noch „Musikkorps der Bayerischen Polizei“) aus echten Polizeimeistern und Hauptkommissaren,  die in der Freizeit ihrer musikalischen Leidenschaft  frönten. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die 45 Orchestermitglieder sind allesamt studierte Berufsmusiker. „Neben repräsentativen und hoheitlichen Aufgaben des Freistaates erfüllt unser Orchester den Auftrag der Imagepflege für die Polizei“ heißt es mit dem sprachlichen Charme eines Anhörungsschreibens im Bußgeldverfahren  auf der Polizeihomepage.

Auf Einladung der Stadt Vilshofen kamen die 45 Männer und Frauen ins Vilshofener Atrium. Dort gaben sie unter der Leitung ihres Dirigenten Franz Seitz-Götz zugunsten der Bläserklasse der Realschule Schweiklberg eine sehr beindruckende Kostprobe ihres umfangreichen Könnens. Und das war überzeugende Imagepflege für die Polizei und durchaus sehr charmant. Quer durch vielerlei Stilrichtungen bewegte sich das Ensemble von Mozart bis Mussorgsky, von Pop zum Musical und vom Marsch über den Jazz zum Kirchenlied. Und das alles ohne sich dabei der Gefahr der Beliebigkeit auszusetzen. Waren doch alle Stücke perfekt intoniert und die Arrangements sehr spritzig. Wurden doch vielfach Werke, die sich ein Komponist für Streicher ausgedacht hatte, überzeugend in die Sprache der Blasmusik zu übersetzt. Als Solisten brillierten die Sängerin Manuela Eugénie Röck, die erkennbar im Fach Musical daheim war und mit einem Medley aus „My Fair Lady“ ordentlich Schwung ins Atrium brachte sowie der Klarinettist Peter Seufert, der mit Artie Shaws „Concerto für Klarinette und Orchester“ begeisterten  Applaus erntete. Vilshofen ist halt doch eine Jazzstadt.

Kultur lebt vom Hingehen. Ohne Frage hätte dieses Konzert weit mehr als die anwesenden 100 Zuschauer verdient gehabt, was der Spielfreude der Musiker und der Begeisterung des Publikums zum Glück aber keinen Abbruch tat. Immerhin konnten für die musikalische Jugendarbeit aber etwa 1000 Euro im Wortsinne „eingespielt“ werden, was den Vater Abt, die Schweiklberger Schulleitung und den Bürgermeister, der die Idee hatte, die professionellen Musiker des Polizeiorchesters zu Gunsten der regionalen Bläsernachwuchses zu engagieren, außerordentlich freute.

 

Peter Wallner