„Kernkraftwerk Isar“

Lauter strahlende Gesichter
gab es beim naturwissenschaftlichen Zweig der Klasse 10a am 6. Oktober. Bei bestem Wetter ging es auf Exkursion zum Kernkraftwerk Isar in Ohu bei Landshut. Die Fahrt war von langer Hand vorbereitet. Im letzten Schuljahr hatte die Gruppe in einer „Physikalischen Powernacht“ einen „Crashkurs“ Kernphysik und Kernenergie verpasst bekommen. Am Ende des Schuljahres konnte bereits ein Teil des Physikstoffs der 10. Klassenstufe angepackt werden, so dass wir uns auch zeitlich den „Luxus“ leisten konnten. Und so konnten wir uns mit Genehmigung der Schulleitung bereits am Ende des letzten Schuljahres für den 6. Oktober anmelden. Soweit erforderlich, mussten die Schüler dafür sorgen, dass sie zum Exkursionstermin einen gültigen Personalausweis vorweisen konnten. Selbstverständlich gab es auch einen Elternbrief – es hätte ja Einwände geben können. Die Liste der Schüler wurde zwei Wochen vorher mit Adress- und Ausweisdaten gefaxt, denn natürlich findet schon im Vorfeld eine Überprüfung statt, ob da vielleicht eine Horde von Terroristen anreist. …
Pünktlich um 8:00 Uhr morgens ging es los. Hatte auch jeder seinen Ausweis dabei und geschlossenes Schuhwerk an? – Aber klar doch! Auf die Jungs ist Verlass.
Die Besichtigung begann im Informationszentrum zunächst in einer kleinen Ausstellung und dann mit einem Lehrfilm, der die Funktion der beiden Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Isar sowie die prinzipiellen Unterschiede zwischen Druck- und Siedewasserreaktoren erläuterte. Danach begab sich die Gruppe ins Werk, genauer in das Turbinenhaus des Druckwasserreaktors. Davor war natürlich erst eine Kontrolle zu passieren – Überprüfung der Ausweise und kurzer Check mit dem Metalldetektor.
Nun folgte Faszination pur: Die gewaltigen Dimensionen der verschiedenen Komponenten, das Vibrieren von 1400 MW auf der vom Gebäude entkoppelten Turbinenplattform, der Durchmesser der „Kabel“ für 35.000 Ampere Stromstärke zu den Transformatoren und natürlich der Wasserdurchsatz des 165 Meter hohen Kühlturmes. Zurück im Informationszentrum bekamen wir noch einen Videoblick in das Abklingbecken des Siedewasserreaktors sowie in die Reaktorwarte. Schwuppdiwupp waren dreieinhalb Stunden vergangen, ohne dass auch nur ein Funke Langeweile aufgekommen wäre.
Beim abschließenden Fragenteil (bei Käsbrezn und Getränken) waren dann die Schüler allerdings doch ein wenig „erschlagen“ von der gewaltigen Informationsflut, die sie insgesamt erhalten hatten. Sicher konnte mit den eingeblendeten „1 µSv/h“ und „33 Bq/m3 Aerosole“ über dem Abklingbecken zu dem Zeitpunkt kein Schüler mehr etwas anfangen – macht nix, wir kommen in der Kernphysik ausführlich darauf zurück!
Natürlich waren die Darstellungen sehr vom Standpunkt der Atomindustrie geprägt (was wollte man in einem Kernkraftwerk auch anderes erwarten?), sie waren aber sachlich, äußerst informativ und durchaus in einem respektvollen Ton gegenüber dem Gegenstandpunkt gehalten. – Ein ganz dickes Lob den Veranstaltern!
Zum Schluss noch von mir ein großes Lob an die Schüler der 10a_I für die gezeigte Disziplin und Aufmerksamkeit sowie an den Förderverein, durch dessen Unterstützung wir die Kosten auf 2 Euro pro Kopf begrenzen konnten.
Dr Matthias Nomayo